Yosemite mit Stefan

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(Weitergeleitet von Yosemite mit Stefan, 2007/10)

Yosemite Valley Blick von Bishop's Terrace auf der Terrasse am Reed's Pinnacle

Yosemite, 12. - 14. Oktober 2007

Stand in Bishop's Terrace
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Stand in Bishop's Terrace
Stefan und ich in Bishop's Terrace
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Stefan und ich in Bishop's Terrace
ich steige die erste Seillänge von Reed's Direct vor
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ich steige die erste Seillänge von Reed's Direct vor
Sonntag morgen auf dem Upper Pines Campground
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Sonntag morgen auf dem Upper Pines Campground

Stefan und ich auf dem Weg in den Yosemite. Stefan war noch nie da und so haben wir in der Kletterhalle die Idee zum Trip gehabt. Ich habe sowieso noch eine Rechnung offen mit der zweiten Seillänge von Bishop's Terrace, die ich letztes Mal an Sarah abgegeben habe, und außerdem macht es mit zwei Leuten mehr Spaß als mit so vielen. Deswegen bin ich schon ein wenig "psyched" zu gehen, auch wenn einige Wettervorhersageseiten 50% Regen versprechen. Aber meine Lieblingsseite verspricht Sonne, und so überzeuge ich Stefan, zu fahren.

Wir kommen am Freitag wahnsinnig spät los, 22:30 Uhr, so spät wie noch nie. Wir fahren durch extrem dicken Nebel, man kann keine zehn Meter weit sehen, und um 2:00 Uhr sind wir am "secret spot", wo wir übernachten wollen und der anscheinend so geheim nicht mehr ist, sonst wären die anderen sieben Autos nicht da. Wir schlafen im Zelt diesmal, es ist kalt und nass.

Am nächsten Morgen ist bestes Wetter, wie versprochen, und wir fahren zum üblichen Frühstücksplatz mit dem Half-Dome-El-Cap-Ausblick. Ich habe meine Kamera Stefan gegeben, er macht dieselben Fotos, die ich ein halbes Jahr vorher alle schon gemacht habe, schön, alles mit frischen Augen zu sehen. Wir fangen bei den Swan Slabs an zu klettern, wo wir

  • Penelope's Problem, 5.7, two (!) pitches, Swan Slabs, lead Moritz

machen, nachdem uns ein Typ, ein Kursleiter, erklärt hat, dass es tatsächlich eine zweite Seillänge gibt die 5.6 ist, und dann könne man runterlaufen. Wir haben nämlich nur ein Seil dabei und hätten sonst den Baum zum abseilen gebraucht, an dem der Typ aber die Topropes hatte für seinen Kurs. Stefan schlägt sich gut in seinem ersten fast-Riss. Der Abstieg ist etwas zugewuchert aber kein Problem.

Dann fahren wir zu Bishop's Terrace, um uns in die Warteschlage zu stellen und Mittag zu essen, während wir warten. Überraschenderweise sind nur zwei Seilschaften vor uns, und so geht unser Plan auf.

  • Bishop's Terrace, 5.8, Church Bowl, lead Moritz

Die erste Seillänge ist wie letztes Mal kein Problem. Diesmal baue ich allerdings einen Hängestand anstatt auf dem Vorsprung zu sitzen, denn das war mit Sarah neulich ziemlich umständlich. Der Hängestand ist auch gar nicht so ungemütlich, wie ich gefürchtet hatte. Die daisy chain, die ich letztes Mal gefunden habe, stellt sich als ziemlich praktisch heraus, weil man viel kleine Schlingen hat, in die man unbenutztes Material klippen kann - das hätte ich nicht gedacht. Dann kommt die zweite Seillänge, die ich letztes Mal doch noch etwas gruselig fand. Diesmal ist sie aber kein Problem, im Gegenteil! Später sagt einer "this is the money part!" - stimmt! Wir topropen noch

  • Church Bowl Tree, 5.10a part, TR

einen Fingerriss mit schwierigen Tritten, der aber Spaß macht. "Never pass on a good toprope!" sagten die beiden, die es vorgestiegen waren.

Als es dunkel wird fahren wir zur SAC campsite auf dem Upper Pines Campground, wo wir auf Diana und ihre kleine Gruppe warten wollen, mit denen zu treffen wir angedacht hatten. Wir kochen Abendessen, bauen das Zelt auf, schließlich kommen sie. Ich kannte sie vorher nicht, und lustigerweise sind zwei Jungs dabei, so 11 oder so, die aber ganz witzig sind. Wir machen ein Lagerfeuer und rösten Marshmallows (tatsächlich die ersten meines Lebens). Auf einmal kommen die üblichen SAC-Verdächtigen dazu! Björn, Ben, Chris McG und Sharon, es gibt Bier und Geschichten. Zum Beispiel, wie man einen Marshmallow anzündet und dann die Haut abzieht und das sieben Mal machen kann, oder dass Jared auch da ist um mit zwei anderen Astroman zu klettern. Wir schlafen draußen und bleiben trocken.

Am Sonntag morgen steht Jared's blauer Jeep auch auf dem Campsite. Es stellt sich heraus, dass er gar nicht Astroman klettern wollte wegen seiner Rückenverletzung, und einfach nur keinen Bock hatte, in Stanford rumzuhängen, und stattdessen lieber ins Valley gefahren ist um zu sehen, was da so geht. Jetzt hat er keinen Kletterpartner und will mit uns klettern. Das ist toll weil er mindestens 5.11c vorsteigt und so mein nächstes Projekt, die Direct Route am Reed's Pinnacle, nicht mehr so unwahrscheinlich aussieht! Aber erstmal folgen wir Chris und Sharon zum

  • Jamcrack, 5.9, lead Moritz

der mir als Vorstieg super gelingt! Auch Stefan schlägt sich ganz gut, so dass ich glaube, dass auch die Direct Route für ihn möglich sein würde. Dann legen wir alle unsere 2" Friends und zwei Seile zusammen und fahren zum Reed's. Ich steige die erste Seillänge von

  • Direct Route, 5.9, Reed's Pinnacle, lead Moritz (1st pitch), Jared (2nd pitch)

vor und stelle fest, dass das doch härter ist, als ich gedacht hatte... Trotzdem schaffe ich es rotpunkt. Aber ich bin doch froh, dass Jared dabei ist und dass der sich glaube ich auch freut, auch was vorzusteigen. Er rennt die zweite Seillänge hoch ("he's cruising!") und bleibt nur am 5.10a offwidth kurz stehen (ein Riss breiter als die Faust, aber noch kein Kamin, in den man seinen Körper bringen könnte, verdammt schwierig da völlig anders als "normale" Klettertechnik).

Stefan ist mit dem Nachstieg dran. Er kämpft, sitzt wieder im Seil, kämpft verbissener, sitzt wieder und schafft es einfach nicht hoch. Er will abgelassen werden, aber Jared kann ihn nicht hören auf der Terrasse ("let me down, please!" :-)). Schließlich hört ihn ein andere Kletterer, der sich gerade abseilt, und sagt es weiter nach oben. Dann steige ich nach und strenge mich ziemlich an, nicht im Seil zu sitzen, es ist wirklich verdammt hart. Gut, dass Jared das gemacht hat! Den offwidth wollte ich sowieso nicht machen, also nehme ich den 5.8-Umweg links vorbei. Dann bin ich auf der Terasse!

Jared fährt zurück ins Valley um zu sehen, wie es seinen Freunden geht, die mittlerweile aus Astroman wiedergekommen sein sollten, und wir fahren zurück in die Bay Area, geschafft, aber glücklich.


Stefan Moritz Climber's Vehicle

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