Yosemite mit Stefan II

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Super Slide at the top of Super Slide Stefan's fuel bottle

racking up for awesome 5.7 fun
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racking up for awesome 5.7 fun
Justin on Serenity Crack
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Justin on Serenity Crack
chef Stefane composing dinner
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chef Stefane composing dinner

Yosemite Valley, April 4th-6th, 2008

Toll, seit einiger Zeit wieder mal in den Yosemite zum klettern! Schnell alles einpacken, zum Safeway das übliche einkaufen (Baguette, Salami, Donuts, Gatorade, Wasser, Käse, Beef Jerky, Eier, Oatmeal, Äpfel, Bananen, Spaghetti, Bier, Wein, ...). Diesmal fahren wir über den highway 140, weil wir von einem weiteren secret spot gehört haben, gerade außerhalb des Parks, wo man gut übernachten kann. Der sollte nicht so kalt sein wie der Platz an der 120, die viel höher steigt. Wir kommen gegen Mitternacht am Platz an, kochen noch ein paar Nudeln und gehen pennen. Stefan die alte Sissy vertraut seinem Schlafsack immer noch nicht, also habe ich ihm eine Bettdecke mitgebracht. Außerdem habe ich seit neuestem ein Anti-Bären-Pfefferspray, sieht aus wie ein kleiner Feuerlöscher. "Don't use on humans." Bam! Am nächsten morgen sind unsere Jacken mit Reif überdeckt.

Ich will irgendwo hin wo ich noch nicht war, also fahren wir zum "Knob Hill". Wir frühstücken im pullout, trocknen unsere Schlafsäcke. Stefan ist stolz auf seinen neuen Kocher, der einen ziemlichen Krach macht, aber schnell an ist. Meinen muss man viel länger primen. Wir fangen an mit was einfachem, ich muss mich erst wieder dran gewöhnen.

  • Sloth Wall, 5.7, lead Moritz

Sloth Wall ist eine lange Route, fast 60m, ziemlich positiv, es gibt viele Knubbel zum draufstehen. Oben wird es allerdings zur Platte, zum Ankerbaum muss man eine schlecht gesicherte Traverse mit Reibungstritten machen. There you got a nice pendulum working for you! Stefan steigt nach mit dem zweiten Seil über der Schulter. Als ich mich abseile und unten ankomme sind zwei neue Kletterer da. Einer ist blutiger Anfänger und der andere erklärt ihm alles was ich mache. See how he's using the prusik knot as backup for the rappel! Fühlt sich komisch an, so lang ist es ja noch nicht her dass ich es gelernt habe. Die beiden empfehlen uns einen tollen Faustriss, also hin.

  • Anti Ego Crack, 5.7, lead Moritz

Es ist wirklich ein schöner Riss, das Supertopo Guidebook übertreibt wie immer in der Beschreibung. Meine einzigen passenden pieces sind der 3er und 4er Camalot. Also schiebe ich sie beide hoch, was auch ganz gut geht. Der obere Teil der Route ist der gleiche wie bei Sloth Wall. Lunchtime. Dann machen wir die anderen beiden Routen, die es da noch gibt. Sie fangen wahlweise mit schon recht schwieriger Platte an, man muss auf 2mm Schuppen sicher stehen oder nur auf dem rauen, gefühlt senkrechtem Granit. Oder man macht einen drei Meter langen, waagerechten lieback an einer guten Schuppe. Zum Vorsteigen hab ich die Platte genommen, denn rutscht man beim lieback weg, landet man aus drei Metern Höhe auf dem Rücken. Die zweite Route ist pure 5.9 Platte bis ein Fingerriss beginnt.

  • Pot Belly, 5.8, lead Moritz
  • Unnamed, 5.9, TR

Wir fahren nach Curry Village, die haben so tolle beheizte und saubere Waschhäuser da. Auf dem Parkplatz treffen wir zufällig Justin und Sharon und die anderen, sie verraten uns, auf welchen Campingplatz sie nachher sind. Dann gehen sie Sport gucken, und wir Essen kochen in Church Bowl auf unserer Lieblingsbank. Es gibt Spaghetti. Aber leider habe ich die Sauce vergessen... also machen wir eine emergency-food-Suppe dazu, die ich noch in der Kiste hatte. Stefan hat wirklich auf jedes Teil seiner Ausrüstung seinen Namen draufgeschrieben. "Hier, du hast vergessen, auf das Feuerzeug Stefan drauf zu schreiben." - "Das ist das von meinem Mitbewohner." - "Ach so." Auf dem Campingplatz treffen wir die anderen wieder, aber wie immer gehen die schnell ins Bett. Und wir dann auch. Morgen haben wir großes vor.

  • Super Slide, 5 pitches, 5.9, lead Moritz

Super Slide ist die schwierigste Tour, die ich als erfahrenster gemacht habe. Fünf Seillängen, die nach oben immer schwieriger werden, und dann alles abseilen. Und Stefan ist noch nicht ganz so sicher mit der Seiltechnik. Also los! Es dauert ein bisschen, bis wir den Einstieg finden. Hinter dem Ahwahnee-Parkplatz muss man nach 40m schon links hoch. Blöd, dass im Topo "not to scale" steht und man nach dem Schnee die climber's trails nicht mehr so gut sieht. Die erste Seillänge ist 5.5. Justin ist sie free solo gegangen, ich packe in zehn Metern Höhe vor einem mantle doch lieber ein (schlechtes) piece rein. Als ich den mantle dann aber mache, fühlt es sich viel einfacher an als erst gedacht. Als ich Stefan hochsichere taucht auf der Route neben mir plötztlich Justin auf! Sie machen heute Serenity Crack und Sons of Yesterday. Zweite Seillänge 5.7, Fingerriss, zwischendurch face, also schlecht gesichert. Oben dann einfaches stemming, was etwas wild ist weil die eine Wand nass ist. Stand auf einem schönen Vorsprung mit Baum. Man muss 20m nach links rüber zur dritten Seillänge, 5.7. Spaßiger Handriss, der sich mit großen Schuppen abwechselt. Der dritte Stand ist allerdings Hängestand an zwei guten Haken. Vierte Seillänge, 5.8, immer noch Handriss, aber schwieriger. Beim nächsten Stand ist die Wand gerade so steil, dass man noch stehen kann, angenehm ist das nicht, aber besser als der Hängestand. Letzte Seillänge, 5.9 Handriss. Da hab ich ein wenig Schiss vor gehabt, aber dann tauchen immer im richtigen Moment kleine Tritte auf und weiter oben noch eine Verschneidung, so dass ich eigentlich überrascht bin, wie gut es ging!

Unter uns sind mittlerweile zwei andere, wir beschliessen, an ihnen vorbei abzuseilen, als sie am 4. Standplatz sind. Der eine ist ein Franzose. Vom dritten Standplatz wollen wir uns wieder zum zweiten abseilen, aber als wir die Seile geschmissen haben, hängen sie senkrecht runter natürlich, aber wir müssen 20m nach rechts. Stefan geht als erster und stellt fest, dass die Seile sich irgendwie verheddert haben, unter einem Vorsprung, wo wir sie nicht mehr sehen. Also muss Stefan auch über den Vorsprung und das Problem lösen. Ich sitze derweil im Hängestand und warte und hoffe, dass Stefan nicht wieder über den Vorsprung das Seil hochklettern muss, denn das wäre fast unmöglich. Zum Glück ruft er irgendwann "off rappel" und ich bin erleichtert und folge ihm.

Unter dem Vorsprung war ein großer Baum, in dessen Ästen die Seile verheddert waren. Der Baum hatte Abseilschlingen und war etwa 50m über dem Boden, die Seile sollten also reichen. Taten sie dann auch und wir waren wieder auf dem Boden. Die Rückfahrt lief ohne Probleme.


breakfast at 120, Knob Hill parking lot preparing to rap Sloth Wall Stefan und Mo

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